WHO: sofortiger Therapiebeginn nach Diagnose für alle

Alles zum Thema (HA)ART und andere Entwicklungen im Bereich der Behandlung

WHO: sofortiger Therapiebeginn nach Diagnose für alle

Beitragvon Joe » Mi Sep 30, 2015 9:14 pm

Die Weltgesundheitsorganisation hat ihre Therapieempfehlungen ausgeweitet: Jeder, bei dem HIV diagnostiziert werde, sollte so schnell wie möglich eine antiretrovirale Therapie beginnen.

http://de.euronews.com/2015/09/30/who-m ... behandeln/
11/2007 HIV-Primärinfekt
11/2008 416 (18%) VL: 112.000
08/2009 404 (12%) VL: 344.000 - Therapiestart: Reyataz / Norvir / Truvada
12/2009 599 (17%) VL nicht nachweisbar
01/2011 540 (18%) VL n. n.
12/2011 700 (21%) VL n. n.
01/2013 1095 (26%) VL n. n.
03/2014 763 (22%) VL n. n. akute Hep C ; Therapie: Tivicay / Truvada
09/2014 778 (20%) VL n. n. Hep C Spontanheilung
12/2014 799 (19%) VL n. n. Therapie: Triumeq
12/2015 825 (19%) VL n. n.
12/2016 601 (21%) VL n. n. Therapie: Genvoya
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Re: WHO: sofortiger Therapiebeginn nach Diagnose für alle

Beitragvon orlando3 » Do Okt 01, 2015 12:50 am

die pharma - lobby wickelt alle ein-->der doller soll rollen.
dass die who auch noch die prep empfielt , lässt mich sehr zweifeln.

als einzig positiven grund,für eine frühzeitige therapie,wäre für mich,die nicht-infektiosität,wenn jemand aus welchen gründen auch immer,sex ohne kondom bevorzugt.

alle paar jahre ,eine neue empfehlung,das ist ja nichts neues.

dort,wo hiv am weitesten verbreitet ist,herscht meist auch ein mieses sozialsystem.
wer soll dem das ganze bezahlen?
ess gibt zwar mittlereile,einige medis als generika,aber nicht alle sind das gelbe vom ei.(und trotzdem f.diese länder noch immer sehr teuer.
lg orlando
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7/10 342 23,6 % < NW
6/11 167 19 % <NW
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Re: WHO: sofortiger Therapiebeginn nach Diagnose für alle

Beitragvon orlando3 » Do Okt 01, 2015 5:56 pm

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/64335
Die zweite Empfehlung richtet sich in der ersten Linie an HIV-negative Partner aus serodiskordanten Paaren sowie an Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Diese Personen sollten eine Präexpositionsprophylaxe betreiben, vorzugsweise mit Tenofovir oder einer Kombination von Tenofovir plus Emtricitabin.

mein Partner soll also Medikamente nehmen,obwohl ich seit anfang der Therapie immer unter nachweis bin---->alles zum wohle der pharma (einen anderen grund kann ich mir nicht vorstellen)
ausserhalb ,oder wenn sex mit anderen haben,kann er ja ein Kondom nehmen,......
natürlich wären der pharma die 800 € monatlich lieber :)
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Re: WHO: sofortiger Therapiebeginn nach Diagnose für alle

Beitragvon Tim62 » Fr Okt 02, 2015 12:29 pm

orlando3 hat geschrieben:die pharma - lobby wickelt alle ein-->der doller soll rollen.
dass die who auch noch die prep empfielt , lässt mich sehr zweifeln.

als einzig positiven grund,für eine frühzeitige therapie,wäre für mich,die nicht-infektiosität,wenn jemand aus welchen gründen auch immer,sex ohne kondom bevorzugt.

alle paar jahre ,eine neue empfehlung,das ist ja nichts neues.

Man kann ja von Pharmafirmen halten was man will... Sicher gibt es da vieles zu kritisieren. Aber seit der Bekanntgabe der Ergebnisse der START-Studie im März 2015 ist eindeutig belegt, dass der frühe Beginn einer Therapie bei HIV-Infizierten weitaus bessere Ergebnisse erzielt. Dass nun die Empfehlungen aller möglichen Gremien an diese neuen Erkenntnisse angepasst werden, hat nichts mit Dollars oder Lobbyismus zu tun.
Tim

05/2012 Infektion (vermutlich)
05/2013 CD4:1032 34% VL 131000
02/2014 CD4:817 26% VL 180000
02/2014 Kivexa/Tivicay
04/2014 CD4:1042 30% VL <50
seitdem CD4 um 1300 ca 38% VL <50
11/2014 Triumeq
06/2016 Studie BIC/F/TAF - Triumeq
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Re: WHO: sofortiger Therapiebeginn nach Diagnose für alle

Beitragvon hakunamatata » Fr Okt 02, 2015 6:57 pm

Ich denke, die WHO hat vor allem auch die AIDS-Epidemie in Afrika vor Augen bei ihren Empfehlungen... Wobei gerade da ein Finanzierungsproblem gegeben ist, wie orlando richtig anmerkt.
Infektion vermutlich 10/07
Diagnose 08/09, Therapiebeginn 09/12 mit Truvada/Isentress, ab 04/14 Stribild, ab 02/16 Genvoya
Werte 10/17: VL unter NWG, HZ 875 (47%), Ratio 2,0
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Re: WHO: sofortiger Therapiebeginn nach Diagnose für alle

Beitragvon orlando3 » Fr Okt 02, 2015 7:12 pm

dass der frühe Beginn einer Therapie bei HIV-Infizierten weitaus bessere Ergebnisse erzielt

das ist leider zu wischi waschi.....da müssten noch viele fragen geklärt werden.
siehe auch
http://infekt.ch/2015/06/start-studie-g ... htherapie/

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Re: WHO: sofortiger Therapiebeginn nach Diagnose für alle

Beitragvon Joe » Fr Okt 02, 2015 8:32 pm

Kurzfristig gesehen werden durch diese Therapieempfehlung die Behandlungskosten ansteigen, aber langfristig werden dadurch viele Kosten gespart: da nämlich durch die Behandlung aller Hiv-Infizierten die Infektiösität gesenkt wird, werden auch die Neuinfektionen zurückgehen und dadurch auch wieder viele Kosten in der Zukunft eingespart.
Auf lange Sicht wird also auch die Pharmaindustrie nichts mehr an HiV verdienen... :mrgreen:
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Re: WHO: sofortiger Therapiebeginn nach Diagnose für alle

Beitragvon orlando3 » Fr Okt 02, 2015 9:02 pm

habe ich ja geschrieben,dies ist der einzige punkt (f. mich),der eine frühtherapie rechtfertigt.
aber zwingen kann ich dennoch niemanden,dafür müssten gesetze geändert werden.

und eine PreP ist die schnapsidee,des jahrzehnts----> ein wunsch der pharmaindustrie.
warum soll mein mann ,medis nehmen,die er ja nicht bracut,da ich unter nachweis bin?!

ich zweifle aber weiterhin an,dass die frühtherapie,letztendlich für die gesundheit an sich,länger leben etc,wirklich ein sooo grosser vorteil ist.
daher ist schade,dass die start-studie abgebrochen würde.
interessant wird es aj erst,wenn wir leute beobachtet haben,die 20 jahre (und mehr) in therapie sind....erst dann kann man hier eine wirkliche aussage treffen.
alles andere sind mathematische spielereien.
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Beitragvon Tim62 » Fr Okt 02, 2015 10:05 pm

orlando3 hat geschrieben:aber zwingen kann ich dennoch niemanden,dafür müssten gesetze geändert werden.

Es geht doch um Empfehlungen, nicht um Zwänge! Jemand zur regelmäßigen Einnahme von Medikamenten zu zwingen, ist außerhalb geschlossener Anstalten wohl unmöglich...
orlando3 hat geschrieben:und eine PreP ist die schnapsidee,des jahrzehnts----> ein wunsch der pharmaindustrie.
warum soll mein mann ,medis nehmen,die er ja nicht bracut,da ich unter nachweis bin?!

Für dich mag eine PreP eine Schnapsidee sein. Wenn ich sie vor drei Jahren gehabt hätte, als sie in USA zugelassen wurde, sähe meine Signatur anders aus. Eine Empfehlung seitens der WHO oder anderer Organisationen erhöht den Druck auf die an einer EU-Zulassung beteiligten Organisationen und Firmen, die PreP denen zur Verfügung zu stellen, die sie haben möchten.
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Re: WHO: sofortiger Therapiebeginn nach Diagnose für alle

Beitragvon orlando3 » Fr Okt 02, 2015 10:21 pm

so gut wie alle studien zur PreP,zeigten,dass die compliance sehr schlecht ist. (und damit ist der schutz auch schon wieder dahin)
und resistenzen sind vorprogrammiert.
wenn du vor 3 jahren ein gummi genommen hättest,sähe die sache ebenfalls anders aus.
versteh´ mich bitte nicht falsch,jeder darf sein sexleben so gestalten,wie er will.
und vor 3 jahren gab es truvada ja schon,.....ist halt nur ca. 100x teuerer/stück,als ein kondom.

dass die kassen eine PreP zahlen sollen,finde ich,bei aller liebe,völlig daneben.

und in den meisten sexclubs(sauna,schwule lokale,liegen kondome aus,in der regel, zur freien verfügung.

ach so,auch in geschlossenen anstalten,darf ich niemanden zu einer medikamenteneinnahme zwingen.
verweigert ein patient (auch auf einer geschlossenen station) seine medikamente,darf er sie nur gg. richterliche anordnung,gg. seinen willen bekommen.
in der forensik,ist es so gut wie unmöglich,jemanden medikamente gg. seinen willen zu geben.
(nur so nebenbei)
lg orlando
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