Mögliche Neuinfektion. Fragen zum Therapiebeginn

Alles zum Thema (HA)ART und andere Entwicklungen im Bereich der Behandlung

Mögliche Neuinfektion. Fragen zum Therapiebeginn

Beitragvon celli175 » Fr Jun 09, 2017 4:27 pm

Hallo liebe Gemeinde.

Laut sämtlicher Symptome die seit Monaten zu erkennen sind und eine aktuelle Infektion mit dem Candida Pilz im Rachenraum.
Meine Hausärztin hat auch sofort davon gesprochen, dass die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass eine HIV Infektion vorliegt.
Ich werde kommenden Dienstag in einer Schwerpunktpraxis den Test machen.

Ich weiss, da viele Freunde von mir auch positiv sind, ich keine große Angst haben muss und ich auch ein normales Leben führen kann.
Jedoch kommen einige Fragen auf.
Ich werde das natürlich mit der Ärztin besprechen bei der ich den Test machen werde aber ich brauche ein wenig Dialog mit euch um mich zu beruhigen.

Wie sehen aktuell die Therapiestarts aus?
Sind die NW noch immer so stark wie vor ein paar Jahren.
Ist es besser sich erst mal krank schreiben zu lassen wenn man mit der Kombi anfängt?

Ich muss dazu sagen, ich leide an einer starken Emetophobie (Angt vor erbrechen) und nehme aufgrund der Phobie das Antidepressiva Paroxetin.

Ich freue mich von euch zu hören.
celli175
 
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Re: Mögliche Neuinfektion. Fragen zum Therapiebeginn

Beitragvon hakunamatata » Fr Jun 09, 2017 5:37 pm

Hallo und willkommen!

Warte erst einmal den Test ab, vielleicht ist ja gar nichts.

Wenn Du doch positiv sein solltest, musst Du Dir nicht zu viele Sorgen machen. Bezüglich Therapiestarts gehen heute die Empfehlungen von einem möglichst baldigen Start aus. Natürlich hast Du als Patient da ein wichtiges Wörtchen mitzureden, Du musst bereit sein für die regelmäßige Einnahme der Kombination. Hinsichtlich der Nebenwirkungen solltest Du Dir nicht zu viele Sorgen machen. Die meisten Patienten haben wenige bis keine Nebenwirkungen, und wenn doch, verschwinden sie in der Regel nach wenigen Tagen bis Wochen. Krankschreiben lassen musst Du Dich eigentlich nicht, es sei denn, Du fühlst Dich damit wohler.

Mit Paroxetin nimmst Du ja einen ganz schönen Hammer. Im Vergleich dazu ist die HAART ziemlich gut verträglich. Du solltest vor einer Therapie aber unbedingt auf das Paroxetin hinweisen. Vielleicht kann man ja auch diskutieren, ob es nichts besser Verträgliches gegen Deine Phobie gibt ;-)

Wenn Du positive Freunde hast, sprich doch auch mit denen. Ein persönlicher Kontakt hilft oft mehr als Schreiben in einem Forum. Womit ich Dich natürlich nicht hier vergraulen möchte ;-)

lg
haku
Infektion vermutlich 10/07
Diagnose 08/09, Therapiebeginn 09/12 mit Truvada/Isentress, ab 04/14 Stribild, ab 02/16 Genvoya
Werte 04/17: VL unter NWG, HZ 940 (46%), Ratio 2,1
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Re: Mögliche Neuinfektion. Fragen zum Therapiebeginn

Beitragvon celli175 » Fr Jun 09, 2017 6:06 pm

Hallo Haku,

Danke für deine schnelle Antwort.

Natürlich muss ich erst den Test abwarten aber ich spüre das ja selber das etwas nicht stimmt.
Seit längerem schon.

Paroxetin ist schon nicht ohne das stimmt.
Ich habe auch erst im April damit angefangen. Mir geht es damit zwar besser aber habe auch noch leichte NW.
Mir klappern z.B. den ganzen Tag die Zähne.
Deswegen auch meine Befürchtung, wenn dazu noch eine weitere medikamentöse Behandlung kommt, dass das dann alles zu viel wird.
Ich denke ja mal die Ärztin wird das wissen.

Im Moment leide ich nur stark an dem Candida Pilzbefall.
Der macht mich ganz schön fertig.
Bin total niedergeschlagen, erschöpft und nur am schlafen.
Heute hatte ich auch das erste mal, dass ich nach dem Essen Magenkrämpfe bekommen habe.
Nehme seit einer Woche Lutschtabletten gegen den Pilz.
War auch bei zwei verschiedenen Ärzten die mir beide zu den Tabletten geraten haben.
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Re: Mögliche Neuinfektion. Fragen zum Therapiebeginn

Beitragvon orlando3 » Sa Jun 10, 2017 8:06 am

zähneklappern bei paroxetin,habe ich bisher noch nie gehört.
ich musste bei meiner interferontherapie ebenfalls paroxetin (als prophylaxe,wg. der zu erwartetenden depression,die meist mit interferon einhergeht) nehmen und hatte als einzige NW,"nur" null bock auf sex,das war das einzig störende.

solltest du pos sein,wird erstmal ein resistenztest gemacht und dann entschieden,welche combi zu dir passt.
lass dir nicht einfach irgend ein medikament aufschwatzen,sondern informiere dich vorher über deine möglichkeiten.
du bist der,der die medis schluckt und nicht der arzt,also müssen sie zu deinem tagesrhythmus passen und du musst bereit f.d. therapie sein,die du ja dann dein leben lang einnehmen musst.
es gibt auswahl genug (vorausgesetzt,dass du keine resitenzen hast).

ich empfehle eine 1x/tgl. combi,wie zb. genvoya (mit dem nachteil eines boosters),nehme ich zur zeit,ohne jegliche NW.
wenn du triumeq nehmen kannst (vorher mus ein gentest gemacht werden,ob du abacavir nehmen darfst),
du kannst aber genau so gut,z.b. TAF und dolutegravir nehmen,sind halt 2 kl. tbl,aber auch f. 1x/tgl.
es gibt aber noch mehr 1x/tgl-regime.

ich bin eher kein freund von den sogenannten PI´s,die auch ne möglichkeit wären.

viele ärzte verschreiben gerne atripla,weil günstig,auch 1x/tgl. einnahme abends(!),um die NW´s zu verschlafen.
das würde ich heute eher ablehnen,obwohl es auch oft möglich ist,das berühmt berüchtigte sustiva,mit nur 400mg zu geben(dabei muss regelmässig die wirkstoffmenge bestimmt werden)

vielleicht kannst du ja auch noch auf das neue medikament warten,das wohl demnächst auf den markt kommt.
http://www.hivandmore.de/aktuell/2017-0 ... avir.shtml

auch isenterss zusammen mit truvada kommt in den nä. wochen als 1x/tgl. auf den markt.(bisher musste isentress 2x/tgl. genommen werden.(aber ich weiss,dass viele es dennoch 1x/tgl. genommen haben(ich auch)

angst vor NW´s brauchst du eigentl. heutzutage nicht mehr haben.


als antidepressivum könntest du vielleicht citalopram in niedriger dosierung nehmen,aber das sollte dein arzt mit dir besprechen.

alles gute und herzl. willkommen
orlando
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Re: Mögliche Neuinfektion. Fragen zum Therapiebeginn

Beitragvon celli175 » Sa Jun 10, 2017 10:43 am

Hallo Orlando.

Das vorher ein Resistenztest gemacht wird wusste ich z.B. gar nicht. Das ist ja ganz gut zu wissen.
Ich wusste auch nicht, dass es bei Therapiebeginnn nicht mehr so viele Tabletten sind. Ich dachte noch das wären ca. 6 Stück pro Tag.
Freunde von mir sind halt schon seit über 10 Jahren positiv und da sah die Behandlung ja noch anders aus.
Daher auch die ganzen Geschichten über die NW von denen.

Ich bin halt sehr empfindlich was medikamentöse Behandlung betrifft, mir schlägt alles sehr schnell auf den Magen.
Auch mit den Paroxetin hatte ich am Anfang ganz schön zu kämpfen.
Auf Citalophram zu wechseln bringt bei mir leider nichts.
Ich habe damals schon die Höchstdosis bekommen ohne jeglichen Erfolg.

Ich bin auch froh, dass Paroxetin bei mir ganz gut anschlägt, dass hilft mir natürlich die Situation besser zu überstehen.

Ich muss das auch abklären, ob für mich eine Einnahme morgens oder abends besser ist.
Da ich nicht der große Esser am Morgen bin geht das sicher auf leeren Magen nicht.
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Re: Mögliche Neuinfektion. Fragen zum Therapiebeginn

Beitragvon orlando3 » Sa Jun 10, 2017 3:57 pm

ich arbeite im nachtdienst und nehme sie immer morgens,egal ob ich was gegessen habe oder nicht.

1tbl (3 in einer) ist heute fast die regel,oder zwei(wobei eine davon 2 tabl. in einer sind + eine einzelsubstanz)

mir ist eine einmal tgl. einnahme wichtig...und ob das nun 1 oder zwei oder drei sind,ist mir egal.

wenn du dich hier ein bisschen umgesehen hast,ist dir vielleicht aufgefallen,dass ich seit mind.33 jahren pos bin,aber erst seit 10 jahren auf medis.

es kommt halt auch drauf an,wie viele cd4´s du noch hast und wie hoch die VL ist.
und natürlich spielt auch das alter eine rolle.

lg orlando
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Re: Mögliche Neuinfektion. Fragen zum Therapiebeginn

Beitragvon celli175 » Mo Jun 12, 2017 12:22 pm

Hallo Orlando,

dass es schon 33 Jahre sind wusste ich nicht.
Ich selber habe natürlich auch die Panik, dass ich es schon unbewusst lange habe und für jegliche Therapien ist es schon zu spät.

Es hat halt alles keinen Sinn zu spekulieren, morgen geht's zur Blutabnahme :roll:
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Re: Mögliche Neuinfektion. Fragen zum Therapiebeginn

Beitragvon orlando3 » Mo Jun 12, 2017 4:39 pm

eben,bisher alles nur spekulation.
alles gute für dein ergebnis.
lg orlando
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Re: Mögliche Neuinfektion. Fragen zum Therapiebeginn

Beitragvon celli175 » Di Jun 13, 2017 9:26 am

Danke dir.
Ich melde mich wenn ich das Ergebnis habe.
BG
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Re: Mögliche Neuinfektion. Fragen zum Therapiebeginn

Beitragvon celli175 » Di Jun 20, 2017 1:03 pm

Hallo zusammen :D
Ich habe heute ein negatives Ergebnis bekommen.

Ich bin noch ganz baff.
Selbst die Ärztin sagte bei meinen Symptomen habe alles dafür gesprochen.

Ich danke euch für eure Worte.

Beste Grüße ;)
celli175
 
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