Veränderungen immunologischer Parameter unter Kraftsport

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Veränderungen immunologischer Parameter unter Kraftsport

Beitragvon Who am I » So Jan 18, 2009 12:07 am

Hallo, liebe Leute,

wie wäre es mit der Dissertation von Ulrike Stumpf, die sich mit sequentieller definierter Kraftsportbelastung beschäftigt?
-->Bild Direkter PDF-Download: Dissertation von Ulrike Stumpf<-- hat geschrieben:Institut für Experimentelle Onkologie und Therapieforschung
der Technischen Universität München
Klinikum rechts der Isar
(Direktor: Univ.-Prof. Dr. B. Gänsbacher)
Veränderungen immunologischer Parameter unter sequentieller definierter Kraftsportbelastung
Ulrike Stumpf


Die Dissertation wurde am 28.12.2000 bei der Technischen Universität München eingereicht und durch die Fakultät für Medizin am 11.07.2001 angenommen.

Quelle: -->Bild Direkter PDF-Download: Dissertation von Ulrike Stumpf<--.


Mit freundlichen Grüßen
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Re: Veränderungen immunologischer Parameter unter Kraftsport

Beitragvon Who am I » So Jan 18, 2009 11:56 am

Auszug aus der Zusammenfassung auf den Seiten 101-102 (in der PDF-Datei die Seiten 107-108):

-->Bild Direkter PDF-Download: Dissertation von Ulrike Stumpf<-- hat geschrieben:[...] Nach einmaligem Krafttraining (1. Trainingstag) war der relative Anteil der CD19+-Zellen signifikant erhöht, die Anteile der CD3+- und CD4+-Zellen signifikant erniedrigt. Nach der 3. Belastung war der Prozentsatz der CD19+-Zellen erniedrigt, wohingegen derjenige der CD4+-Zellen signifikant erhöht war. Die anderen Subpopulationen (CD8+-, CD14+-, CD16+-Zellen) zeigten sofort nach Belastung keine signifikanten Veränderungen.

Auffällig war, dass einerseits der belastungsinduzierte Katecholaminanstieg nur moderat war, andererseits die signifikanten Veränderungen bei den Lymphozyten-Subpopulationen (CD19+-, CD4+-Zellen) auftraten, deren Ansprechbarkeit auf Katecholamine generell als gering eingestuft wird. Die Lymphozyten-Subpopulationen (CD16+- und CD8+-Zellen), die aufgrund einer hohen ß-Adrenozeptorendichte auf der Zelloberfläche als katecholaminsensitiv gelten, zeigten dahingegen nach Belastung keine signifikanten Veränderungen. Dies weist darauf hin, dass die hier stattgehabte Zellmobilisation nicht primär der sympathoadrenergen Regulation unterlag.

Nach einmaliger Krafttrainingsbelastung stieg die NK-Zell-Aktivität signifikant an. Die nachfolgende Messung (Ruhewert des 3. Studientages) ergab einen signifikant erniedrigten Wert. Auch nach der 2. Belastung war die NK-Zell-Aktivität signifikant erhöht. Am 5. Studientag hingegen war weder der Wert sofort nach Belastung noch der Ruhewert signifikant verändert, dies kann als Adaption der Immunantwort auf die wiederholte Belastung gewertet werden.

Die Veränderungen der NK-Zell-Aktivität wurden nicht allein durch eine parallel aufgetretene Zellzahlschwankung, sondern auch durch einen Aktivitätswechsel der NK-Zellen auf Einzelzellbasis hervorgerufen.

In der Regenerationsphase konnten bis zu 6 Tage nach der letzten Belastung signifikante Veränderungen sowohl der relativen Anteile der Subpopulationen (CD3+-, CD4+-, CD8+-, CD16+-, CD19+-Zellen) als auch der NK-Zell-Aktivität beobachtet werden.

Am Studienende lagen die B-Lymphozyten bei der Trainingsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant höher.

Die Studienergebnisse weisen darauf hin, dass das Immunsystem auf eine Wiederholung derselben Trainingseinheit unterschiedlich reagiert. Diese verschiedene Reaktionsweise lässt sich einerseits mit Adaptionsvorgängen oder Erschöpfungsmechanismen des Immunsystems erklären, andererseits müssen aber auch Summationseffekte der eng aufeinander folgenden Belastungen in Betracht gezogen werden. Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass auch noch einige Tage nach der letzten Belastung Veränderungen des Immunsystems im Sinne eines Langzeiteffekts auftreten können. Eine weitere Beobachtung war, dass die belastungsinduzierte Zellmobilisation nicht primär der Regulation durch Katecholamine zu unterliegen scheint, wie es für den Ausdauersportbereich postuliert wird. [...]

Quelle:
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Re: Veränderungen immunologischer Parameter unter Kraftsport

Beitragvon ronny » Do Jan 22, 2009 5:27 pm

...hallo freunde,

...ich geb zu, dass ich nicht alles verstanden habe, was bisher zu
dem thema geschrieben wurde...ist es möglich, dass meine helferlein
trotz gut funktionierender kombi (truvada/viramune) noch immer
bei ca. 350 rumdümpeln...weil ich regelmäßig 3x die woche in die
mucki-bude gehe und intensiv trainiere...???
wäre es für mein immunsystem besser, da nen zahn zurückzu-
schalten...?

lieben gruß vom ollen
ronny
...besser durch glück dümmer, als durch schaden klug...
ronny
 
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sport und helferlein?

Beitragvon shreck » Do Jan 22, 2009 8:40 pm

Hey,
ja, die Frage ob mein regelmäßiges Ausdauertraining (3xWoche 10km Laufen oder 20km Rad) meine Blutwerte negativ beeinflusst, stelle ich mir auch immer wieder. Vor allem in den tagen vor der BE beim Doc. Ich meine, lt. Pulsuhr verbrenne ich während 20km Radfahren ca. 600 Kalorien und der Puls liegt bei ca. 65% der maximalbelastung und damit im aeroben, sprich "Ausdauer"-/ fettverbrennungsbereich. Meine Docs sagen, dass zu viel nicht gut sei. Nun ja, ich halte mich an meine Pulsuhr und sehe zu, dass ich nicht zu lange über der magischen 65% Belastung laufe/fahre. Das ist beim Spinning nicht leicht, aber geht auch.
lg
shreck
 

Re: Veränderungen immunologischer Parameter unter Kraftsport

Beitragvon Truvadinho » Fr Jan 23, 2009 2:01 pm

:D

Folgende Nachricht darf ich weiterleiten:

"Das Praesidium der DUV unterstuetzt positive Langestreckenlaeufer (..). Wir setzen uns ein fuer Integration und Aufklaeurung. Fuer den gemeinsamen Sport.

Das Praesidium der DUV."

Ergaenzung: DUV = Deutsche Ultramarathon Vereinigung e.V.

Ich bin Mitglied in der DUV und sehr, sehr stolz, dass mein Verband sich so positioniert. Auf aehnliches von Seiten des DLV (Deutscher Leichtathletikverband) kann man warten, bis man tot ist.

Im Laufe des Jahres werde ich diese Unterstuetzung auch einfordern, da ich an der offenen Deutschen Meisterschaft der DUV im 24-Stundenlauf teilnehmen werde.
Physiotherapeutische Unterstuetzung wie fuer die Spitzenleute ist mir schon angeboten worden. Was soll ich sagen, ich habe mir schon ein Traenchen wegdruecken muessen........

Gruesse

Truvadinho


(Truvadinho sagt: elf Freunde sollt Ihr sein)
Truvadinho
 

Re: Veränderungen immunologischer Parameter unter Kraftsport

Beitragvon spemo » So Mär 29, 2009 6:16 pm

Hi,

ich betreibe seit Jahren intensiv Kraftsort, bin seit ca. 2 Jahren posetiv und seit (erst) einem Jahr auf Medis (seit kurzem die besser verträgliche Kombi Vira+Kivexa). Meine Helferlein sind seitdem von ca. 300 auf ca. 580 gestiegen, trotz schwerem Kraftsports (2-3mal die Woche). Was ich jedoch bemerke, ist, dass ich etwas weniger körperlich belastbar bin, ich werde fürher schlapp. Aber ich werde das bei mir weiter beobachten.

lg
spemo
 

Re: Veränderungen immunologischer Parameter unter Kraftsport

Beitragvon Anton » Mi Apr 01, 2009 5:50 pm

Ich betreibe auch seit knapp 5 Jahren Kraftsport, mehr oder weniger regelmäßig. Wenn ich mich schlapp fühle, lass ich eine Runde ausfallen (und ich gebe zu, dass ich meine angeborene Faulheit dann gerne mal mit HIV tarne *hust).
Seit zwei Jahren habe ich massive Verspannungen im Nacken, die phasenweise richtig schmerzhaft sind. Ich war bei einem Orthopäden der mich mit Diclofenac und Trancopal zugeknallt hat, danach gabs Elektrotherapie. Der zweite Orthopäde hat mir Krankengymnastik verschrieben, die mir zwar für ein paar Wochen Erleichterung gebracht hat, aber letztendlich das Problem nicht gelöst hat.
Als es Anfang dieses Jahres immer noch nicht besser war und ich gründlich die Schnauze voll hatte, habe ich mir im Drogeriemarkt Magnesiumtabletten geholt und seitdem geht es besser.
Ich denke, dass das eigentliche Problem für die Verspannungen indirekter Natur ist: seit ich die aktuelle Kombi nehme, habe ich fast keine Milchprodukte zu mir genommen. Und Milchprodukte sind nun mal die Magnesiumlieferanten. Ist doch witzig, dass die Lösung manchmal so einfach sein kann....
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Re: Veränderungen immunologischer Parameter unter Kraftsport

Beitragvon spice » Fr Apr 03, 2009 10:31 am

Als ich im letzten Oktober kräftig anfing wieder Sport zu betreiben, schossen meine CD4-Zellen nach oben. Meine Ärztin staunte richtig. Dann zog ich mir leider auf der Arbeit eine Verletzung zu, weshalb ich bis jetzt noch keinen richtigen Sport machen darf. Seitdem dümpelt mein CD4-Wert mehr oder weniger auf der gleichen Stelle bzw. steigt nur geringfügig (habe da noch einiges an Verbesserung vor!). Kann natürlich Zufall sein, aber ich für meinen Teil kann es kaum abwarten, wieder grünes Licht für Training zu bekommen. Alleine schon deshalb, weil ich dann das Gefühl habe, aktiv etwas für meinen Körper zu tun.
Hatte auf jeden Fall das Gefühl, dass mich der Sport weitergebracht hat.
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Re: Veränderungen immunologischer Parameter unter Kraftsport

Beitragvon friday » So Apr 12, 2009 8:41 am

ich mache ausdauer- und kraftsport seit rund 10 jahren, seit etwas mehr als 4 jahren bin ich hiv positiv und habe lange ohne medikamente gelebt, mich fit und gut gefühlt. leider musste ich letztes jahr mit der haart anfangen was ich nicht auf mein training zurückführen möchte denn über schlechte blutwerte kann ich mich nicht beklagen. wenn ich viel freizeit habe wie in den letzten wochen laufe ich am tag 10 km, gehe schwimmen und zum kraftsport, fühle mich fit und gesund und kriege entsprechendes feedback auch von meinem arzt. ich denke eher das falsches training für den körper schädlich ist. ein untrainierter körper der bis an seine grenzen geht beansprucht seine abwehr. regelmäßige bewegung ist gut für den körper, man sollte nur darauf achten sich nicht zu überanstrengen und sich nicht zu viel zumuten als einem gut tut. rücksprache mit einem erfahrenen arzt ist hilfreich, ich habe das glück das mein hiv schwerpunktarzt zugleich ein guter hausarzt und sportmediziner ist.
Der große Sport fängt da an wo er längst aufgehört hat gesund zu sein. (Bertold Brecht)
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Re: Veränderungen immunologischer Parameter unter Kraftsport

Beitragvon Anton » Mo Apr 13, 2009 9:06 am

laufe ich am tag 10 km, gehe schwimmen und zum kraftsport


Mach bitte bitte mit dem Programm weiter, Friday. Ich will in 10 Jahren auch noch von deinem knackigen Arsch träumen ;)
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