Lipo und Körperfettanalyse

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Lipo und Körperfettanalyse

Beitragvon Anton » Mi Apr 08, 2009 5:42 pm

Ich habe mir heute eine Body Analyse Waage für bescheidene 26,- Euronen gekauft. Die Waage zeigt an, wieviel ich wiege, wie hoch der prozentuale Anteil an Körperfett, Körperwasser und Muskelmasse ist. Gemessen wird durch das einen schwachen elektronischen Impuls und den Widerstand, der im Körper erzeugt wird.

Nun nehme ich ja schon einige Jahren die Kombitherapie und hatte auch schon eine Lipoatrophie, durch die ich an den Wangen, Oberschenkeln und Hintern viel Unterfett verloren habe. Nach dem Umstellen der Kombi, Sport und fast 4 Jahren guter Ernährung hat sich das alles ohne weitere Eingriffe weitgehend zurück gebildet. Damals und heute ist das Problem, dass man eine Lipodystro-, hyper- oder -atrophie nicht an Blutwerten erkennen kann und die krankenkasse auch keine regelmäßigen, kostenintensiven Untersuchungen im Kernspin übernimmt. Letztendlich sind wir auf die eigene Körperbeobachtung angewiesen um festzustellen, ob sich etwas an unserer Körpergestalt verändert, das auf eine Nebenwirkung der ART hinweist.
Meine Frage jetzt: denkt ihr, dass man anhand der Daten aus dieser Body Analyse Waage eine solche Veränderung feststellen könnte, wenn man ein regelmäßiges Protokoll führt? Z.B. wenn man einmal im Monat die Werte notiert und nach einem Jahr plötzlich festellt, dass das Körperfett ständig steigt obwohl man an seinen Lebensgewohnheiten nichts geändert hat?
Ich finde das wichtig, weil sich bei mir der Fettverlust nur deswegen zurück gebildet hat, weil ich ihn so früh erkannt habe und dann nach Rücksprache mit dem Arzt die Kombi gewechselt habe. Hätte ich die Pillen damals noch ein Jahr länger genommen, wäre meine Körpergestalt sicher noch massiver verändert worden und ich glaube nicht, dass sich das wieder zurück gebildet hätte.....


Das Drecksding hat mir im Übrigen mitgeteilt, dass ich leichtes Übergewicht habe...und das gleich beim ersten Date! TZEEEEES! :evil:
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Re: Lipo und Körperfettanalyse

Beitragvon Who am I » Mi Apr 08, 2009 6:34 pm

Hallo, liebe Leute,

Balu hat geschrieben:[...] Hätte ich die Pillen damals noch ein Jahr länger genommen, wäre meine Körpergestalt sicher noch massiver verändert worden und ich glaube nicht, dass sich das wieder zurück gebildet hätte..... [...]
Theoretisch bildet sich eine Lipodystrophie auch wieder extrem langsam zurück. Dazu müsste man jedoch bei den derzeitigen ARTs mindestens genauso lange pausieren, wie man die Präparate, die zur Lipodystrophie führten, genommen hat. Folglich ist dieser Ansatz leider nur theoretisch möglich, da keiner eine so lange Therapiepause bei einer HIV-Infektion überleben würde. :cry: :cry: :cry:
Wenn man nur auf andere Präparate wechselt, die nicht so stark zu einer Fettumverteilung führen, bildet sich gleichfalls eine Lipodystrophie zurück. Es dauert jedoch noch länger als bei einer Therapiepause (viele Jahre), bis man leichte Linderungen einer Lipodystrophie überhaupt bemerkt! :cry:

Wozu schreibe ich das? Damit diejenigen unter uns, die eine Lipodystrophie durch ART-Kombinationen vor mehr als zehn Jahren notgedrungen billigend in Kauf nehmen mussten (weil es damals noch keine verträglicheren ART-Präparate gab) nicht jede Hoffnung fahren lassen. Bei mir hat sich das Wangenfett im Gesicht innerhalb mehrerer Jahre wieder ganz leicht zurückgebildet. Vor zehn Jahren sah mein Gesicht noch wie ein Totenschädel mit Hautüberzug aus. Das Wangenfett war bei mir nicht mehr existent. Durch das Aufkommen weiterer ART-Präparate vor einigen Jahren wurde aber auch bei mir ein dringend notwendiger Therapiewechsel möglich. Nach drei bis vier Jahren nach dem Wechsel konnte ich erste Linderungen meiner Lipoatrophie im Gesicht erstmalig bemerken. Meinen dicken Bauch durch viszerale Fetteinlagerungen (zwischen den Organen unterhalb der Muskulatur) bin ich bis heute jedoch leider nicht losgeworden. Leider lässt sich durch Sport (auch durch Ausdauersport) dieses viszerale Fett auch nicht mehr so leicht abtrainieren, da der Körper viszerale Fett als allerletztes Energiedepot behandelt. Durch Sport und Diät wird daher zuerst oberflächliches Fett (Unterhautfettgewebe über der Muskulatur) zur Energiegewinnung verbrannt. Ist diese Reserve verbraucht, wird anschließend die Muskulatur zur Energiegewinnung abgebaut. Erst wenn der Körper auch diese Energiereserven verbraucht hat, würde er die viszerale Fetteinlagerungen als allerletzte Energiereserve abbauen. Diese Reihenfolge kann man nach dem bisherigen Stand der Forschung nur durch die Substitution von Wachstumshormonen ändern. Da die bisherigen synthetisch hergestellten Wachstumshormone jedoch noch zu unspezifisch sind, fördern sie leider auch das Wachstum von Krebszellen. Folglich wird man noch einige Jahre der Forschung abwarten müssen, bis spezielle Wachstumshormone entdeckt wurden, die nur die Fettfehlverteilung rückgängig machen und auf das Wachstum anderer Zellen keinen Einfluss mehr haben. :cry:

Mit freundlichen Grüßen
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Re: Lipo und Körperfettanalyse

Beitragvon Anton » Do Apr 09, 2009 8:05 am

Ich habe damals die Lipo an mir selbst gar nicht entdeckt. Es ist halt ein schleichender Prozess. Ein Freund, der mich längere Zeit nicht gesehen hat, sagte mir irgendwann: Du hast ein AIDS-Gesicht und einen AIDS-Arsch. :roll: Ich fand den Spruch damals sowas von verletzend und habe wirklich lange daran geknabbert. Jedes Mal, wenn ich in den Spiegel geschaut habe, fiel mir dieser Spruch ein. Er hat es wohl nicht böse gemeint, aber hatte wirklich ne sehr unsensible Art einem seine Meinung mitzuteilen. Auf jeden Fall habe ich daraufhin meinen Schwerpunktarzt angesprochen und er meinte: Das ist mir auch schon aufgefallen, aber ich fand es jetzt noch nicht so schlimm um sie darauf anzusprechen. Das war dann der nächste Hammer, bei dem ich mich gefragt habe in was für nem Film ich grade bin. Für den Arzt waren wohl in erster Linie meine Werte wichtig, aber trotzdem finde ich, dass er mich früher darauf ansprechen sollte. Es lief zu der Zeit grade die Studie eines Doktoranden über die Lipo und ich konnte in nem Kernspin oder MRT (weiss ich nicht mehr genau) auf Fettschwund untersucht werden. Dort kam dann die klare Diagnose heraus, dass das Unterfett an den Oberschenkeln schlicht weg ist und im Hintern und Gesicht deutlich weniger. Bei der Krankenkasse habe ich einen Antrag auf Sculptra-Behandlung im Gesicht gestellt, die natürlich abgelehnt wurde.
Die Kombi Zerit und Viread nahm ich von August 2004 bis Mai 2006, dann wurde die Lipo festgestellt und ich binauf Viread, Emtriva und Sustive geswitcht (6.06-7.07), seit Juli 2007 nun Kaletra, Norvir und Invirase. Es gab keine Möglichkeit mehr, nochmal im MRT oder Kernspin (ich kann die Geräte nicht auseinander halten....) nachzuschauen ob sich was verbessert oder geändert hat. Also bleibt als einzige Möglichkeit die Selbstuntersuchung. Und da wirds schwierig: ich, genau wie viele andere auch, kann mich einfach nicht objektiv selbst untersuchen. Abhängig von meiner Tagesform und Stimmung schau ich in den Spiegel und denke: Du hast immer noch ein AIDS-Gesicht. Einen Tag später hab ich gute Laune, schau in den Spiegel und sage: Nein, du hast kein AIDS-Gesicht. Wenn ich in einer Sauna einen großen Spiegel sehe, betrachte ich meinen Arsch, lauf vor dem Spiegel hin und her um zu schauen ob er häng oder nicht. Das Problem ist meiner Meinung nach wirklich, dass wir Betroffene mit all den schlimmen Geschichten und unseren Ängsten kaum eine objektive Diagnose darüber stellen, ob sich nun etwas verändert hat oder nicht. Noch dazu sind manche Veränderungen der Körpergestalt einfach altersbedingt oder eine Folge der Lebensgewohnheiten. Das einzige, was ich objektiv feststellen kann, ist das was mir meine Freunde sagen. Die Rückmeldung: nein, du hast keinen hängenden Arsch (zumindest nicht mehr als andere auch) und siehst gut aus. Trotzdem bleiben die leicht eingefallenen Wangen, aber daran habe ich mich gewöhnt. Das ist ein Teil von mir und meinem Leben mit HIV, viele finden mein Gesicht markant und ich fühle mich heute wohl damit. Auch, weil ich gelernt habe, dass keine optische Veränderung wichtiger ist als mein Inneres, meine menschliche Wärme, mein Wissen und die Fähigkeit für andere da zu sein. Das ist es, was mich attraktiv macht und daran kann keine Falte was ändern.

Nun habe ich nach einem emotionalen Tsunami vier Wochen keinen Sport gemacht, knapp 4 Kilo zugenommen und mir zwei Bücher über Fitness-Training gekauft, um einen neuen Trainingsplan zu erstellen. Eine Anweisung in den Büchern ist das Traingings-Handbuch, in dem ich regelmäßig (alle 4 Wochen) notieren soll, wieviel ich wiege, der Anteil an Körperfett und Muskelmasse, die Maße der Oberarme, Brust, Taille, Hüfte und Beine, so dass ich im Verlauf eines Jahres eine objektive Sicht auf meinen Trainingserfolg habe.
Nach den Erfahrungen mit der Lipo, der Unfähigkeit mich selbst objektiv zu untersuchen, weil ich viel zu viel Angst habe und schleichende Veränderungen an mir nicht objektiv beurteilen kann, frage ich mich einfach, ob so ein Tagebuch und die Körperfettanalyse einer Waage, die nur 26,- Euro kostet, ein verlässliches Diagnosemittel wären? Wobei natürlich auch da wieder die Gefahr besteht, dass man es übertreibt und jeden Tag auf die Waage steigt oder sich ausmisst...das wäre dann auch am Ziel vorbei geschossen.
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Re: Lipo und Körperfettanalyse

Beitragvon followme » Do Apr 09, 2009 8:40 am

Hallo Balu,

kannst Du mal bitte schreiben wo Du diese Waage so günstig bekommen hast. Hab die Dinger immer nur für weit mehr Euronen im Handel gesehen :cry:

Vielen Dank ;)

VG
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Re: Lipo und Körperfettanalyse

Beitragvon Anton » Do Apr 09, 2009 8:43 am

Die hab ich im Galerie Kaufhof in Frankfurt an der Hauptwache entdeckt. Modell *kicher* Jennifer
29,95 und da gingen noch 10% Prozent Payback-Datensammler-Rabatt runter
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Re: Lipo und Körperfettanalyse

Beitragvon followme » Do Apr 09, 2009 8:46 am

Ok Danke für die schnelle Info! :D nach Frankfurt zu fahren zum Kaufhof wäre jetzt nen bissel schlecht ;) aber vielleicht hat ja das hiesige Kaufhof hier ( ca. 500 km östlich von Dir ) das selbe Angebot! ;)

nen schönen Tag! :D
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Re: Lipo und Körperfettanalyse

Beitragvon Jo3o » Do Apr 09, 2009 8:52 am

Als gequältes Anhängsel eines sportverrückten Fitnesswolfes kann ich dir sagen, daß die Körperfettanalysedaten solcher Waagen nicht 100%ig stimmen. Der elektrische Impuls ist nicht stark genug, um das Körperfett deines ganzen Körpers zu erfassen, da wird nur ein Teil erfasst und der Rest wird dann hochgerechnet. Bevor du dich wiegst, gibst du da ja deine Größe ein.
Die gute Nachricht ist, daß keine Körperfettanalysewaage das genau messen kann, ob sie jetzt 26 EUR gekostet hat oder 260. Die schlechte ist, daß man den genauen Körperfettanteil kaum bestimmen kann, jedenfalls mit haushaltsüblichen Mitteln. Bei allen Methoden wird der durchschnittliche Anteil berechnet, also an einer Stelle gemessen und dann auf den Rest des Körpers hochgerechnet.
Zudem gibt es zwei Sorten von Fett: Einmal das Fett, das der Körper braucht, Baufett. Das sollten wir nach Möglichkeit behalten. Und dann gibt es das Speicherfett, das ist das, was man gern loswerden möchte und das du am Bauch angesetzt hast *in den Bauch pieks* :-P
Die Körperfettanalysewaage erfasst beide Sorten von Fett, daraus errechnet sich dann der Prozentwert, der gesund für den Körper ist, bei Männern zwischen 8 und 27%. Bei trainierten Menschen ist der Wert geringer, mein Mann hat zum Beispiel einen Körperfettanteil von 5% (der Angeber -.-)
Wenn du jetzt gezielt anfängst zu trainieren, baust du Muskeln auf und Fett ab, dein Körperfettanteil wird sich also erstmal verringern, das wird dir die Waage auch anzeigen. Allerdings weißt du dann nicht, ob da nun Fett abgebaut wird, weil du trainierst oder, weil's ne Lipo ist. Das kann man nur sehen, aufgebaute Muskeln machen sexy und die Lipo... naja du weißt, was ich meine.

Ich hab auch schon vor dem Spiegel gestanden und mich gefragt, was meine Fresse so verändert, warum ich so dünn werde... Im Endeffekt darf ich mich nicht wundern, wenn ich kaum esse und mir stattdessen irgendwelche Substanzen einfahre... Bessert sich zusehends, das merke ich allerdings nur durch Beobachtungen und nicht durch die Messung irgendwelcher Körperfette. Vielleicht solltest du zusätzlich zur Messung aller monatlichen Daten (das ist viel, mir wär das viel zu viel Papierkram ^^) noch ein Aussagekräftiges Foto von deinem Gesicht und deinem (nackten) Arsch machen, dann hast du im Jahr 12 Fotos und kannst das von Januar mit dem von Dezember vergleichen, ob du dich positiv oder negativ verändert hast. Aber nur auf das Urteil einer Waage würde ich mich nicht verlassen, gerade, weil du dich ja wieder muskulös und sexy trainieren willst ;-)

Ich fahr jetzt gleich los, den Fitnesswolf abholen und werd ihm auch mal davon erzählen, vielleicht hat der ja noch ein paar Tipps.

Liebe Grüße vom emotionalen Tsunami! :-P
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Re: Lipo und Körperfettanalyse

Beitragvon Peppermint Patty » Sa Apr 11, 2009 8:42 pm

Hi!
Ich bin ganz frisch hier und hatte mich eigentlich im Netz umgeschaut zum Thema Lipo. Dabei bin ich dann auf Eure Beiträge gestoßen und habe im Prinzip schon viele Antworten gefunden. Seit 1992 bin ich positiv, meine VL ist unter Nachweisgrenze, die T4-Zellen bei 900+, also derzeit alles im dunkelgrünen Bereich.
Was mir zu schaffen macht, ist die Lipo. Nach der übliche Arie mit Zerit usw hatte ich vor ca 4 Jahren ein Totenschädelgesicht, vom Hintern mal ganz zu schweigen... Ich habe damals Kraftsport gemacht - nix Aufwendiges, halt 2 x die Woche Gewichte gestemmt und Rad gefahren. Dadurch hatte ich reichlich Muckies - so doll, dass es auch schon wieder bescheuert aussah. Wir haben die Kombi umgestellt, weil es meinem Doc zu bunt wurde. Ich bin da eher ein Schisser und sage 'never change a winning team', weil ich auch damals gute Werte hatte. Aber er hat drauf bestanden und so nehme ich jetzt Kaletra, Viread und Sustiva. Vor 3 Jahren hab ich mir Sculptra-Behandlungen 'gönnen' müssen, da ich mich kaum noch aus dem Haus traute. Das ist jetzt deutlich besser geworden.
Ich hatte - auch schon vor der Infektion - eigentlich immer zu wenig Gewicht. Mein Doc hat da immer ein Auge drauf, weil es zwischenzeitlich schon bedenklich war. Die Diagnose hat denn meinen Hunger auch nicht wirklich angekurbelt...
So, und jetzt bin ich einfach ein bisken durcheinander: ich habe schon den Eindruck, dass die Lipo zumindest stagniert. Die Oberschenkel sind zumindest muskulös, der Popo immer noch ganz klein, aber hängt nicht mehr so, die Venen an Armen und Beinen sieht man extrem (was mich furchtbar stört). Aber, wie gesagt, nich schlimmer geworden.
Aber was heisst: 'gute' Ernährung. Also eine, die mich nicht an Gewicht verlieren lässt, aber auch meinen Bauch nicht noch dicker macht??
Ich esse zwischendurch mal Schokolade oder Nüsse - aber immer mit dem blöden Gefühl, dass ich meinen Bauchumfang erhöhe, während die Ärmkes dünn bleiben.
Und was ist mit dem Sport? Als ich meinem Doc sagte, ich möchte mit dem Joggen beginnen, kriegte der die Vollkrise. Lieber gezieltes Bauchtraining machen und Radfahren.
Ich finds einfach furchtbar schwierig, den Mittelweg zu finden. Zumal, wie ich ja jetzt hier auch gelesen habe, mein Lipo-Bauch nicht zu verwechseln ist mit nem Bier- oder Tortenbauch.
Die Fragen habt Ihr wahrscheinlich schon Dutzende Male gelesen oder beantwortet - ich wäre aber wirklich sehr dankbar für ein paar praktische Tips!! :roll:
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Re: Lipo und Körperfettanalyse

Beitragvon Peppermint Patty » Sa Apr 11, 2009 8:45 pm

SORRY - falsche Kombi angegeben!!!
Meine lautet: REYATAZ, EPIVIR und VIREAD!!! (Ich bin nicht alleine betroffen - und soviele Medis im Haushalt bringen mich durcheinander..) :oops:
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Re: Lipo und Körperfettanalyse

Beitragvon friday » So Apr 12, 2009 8:22 am

zu oliver: jo hat das schon ganz gut erklärt, allerdings hab ich an dich noch die frage was du genau kontrollieren willst. ob du fett abbaust oder zunimmst? ist mir nicht ganz klar.

zu patty: es ist schwierig dir einen gezielten tipp zu geben. ich bin kein arzt aber sportler seit vielen jahren, habe im rahmen meines lehramtsstudiums viel auch über richtige ernährung gelernt und bilde mich privat in der hinsicht weiter da für mich wichtig ist in form zu bleiben. trotz hiv und kombitherapie. es geht mir nicht nur um meine optik sondern auch darum fit und gesund zu bleiben so lang und erfolgreich wie möglich, zudem gibt es mir neue lebensqualität und ich bin auf einem besseren trainingsstand als so mancher negativer. das soll so bleiben.
was ich dir raten kann ist das du dir einen richtigen sportmediziner suchst der dich ganz anders beraten kann als ein normaler hausarzt. und ohne ärztlichen rat solltest du dir vielleicht ein ernährungstagebuch anlegen und jeden tag notieren was du isst. um dein gewicht zu halten oder zu erhöhen spielen dein alter und deine größe eine rolle sowie das sog. aktivitätsniveau. im durchschnitt braucht ein erwachsener mann etwa 2000-2500 kcal am tag. achte darauf zu frühstücken, mittag zu essen und zu abend zu essen, möglichst regelmäßig. zwischen den mahlzeiten eine snackmahlzeit, ich empfehle dir gemüse mit dipps oder käse, auf jeden fall viel gutes eiweiß. ernährungswissenschaftler raten zu 5 portionen obst und gemüse am tag, also zwei portionen obst, drei portionen gemüse. eine portion entspricht etwa einer guten hand voll, es darf gern mehr sein. fleisch enthält wichtige eiweisse, genau wie fisch. zwei portionen fisch in der woche sollten es sein. wenn du kein fett ansetzen willst sondern muskeln dann würde ich den fisch an deiner stelle eher dünsten oder grillen statt ihn zu panieren und in fett zu frittieren ;) an fleisch ist geflügel wertvoller als rind, da sollte man eher zugreifen. schau das du täglich genug milchprodukte zu dir nimmst. es muss kein actimel oder irgendein wundermittel aus der werbung sein um die abwehr zu stärken. ein stinknormaler naturjoghurt hat exakt die selbe wirkung. den kann man sich aufpeppen mich früchten, ich stehe zum beispiel auf erdbeeren oder kirschen. das macht den joghurt süßer ohne ihn zu zuckern. ein glas milch zum frühstück oder abendbrot, mal eine scheibe käse, milchprodukte sind vielseitig und es dürfte für jeden was dabei sein. eier sind gut, drei eier in der woche dürfen es sein. natürlich darf süßes auch nicht fehlen. aber hab ein auge drauf das es nicht zu viel wird, dann setzt du fett an was du ja nicht möchtest. eine portion süßes am tag darf es aber sein, im sommer natürlich auch mal ein eis (wir verbuchen das mal unter milchprodukt ;)). kohlehydrate sind wichtig, vollkornprodukte versorgen den körper über einen längeren zeitraum mit energie, weißmehlprodukte (helles toast, weiße brötchen...) liefern schnellen zucker, machen eher hungrig und nehmen dem körper viel arbeit ab was dem nicht gefällt. auf deinem speiseplan sollten vollkornprodukte wie dunkles brot, vollkornnudeln oder wildreis auftauchen, es dürfen aber auch normale nudeln oder basmati sein. und natürlich kartoffeln, die machen nicht dick sondern sind viel besser als ihr ruf, also immer auf den teller damit.
zum sport: ich kenne deine körperliche verfassung nicht und es ist schwierig sich über das internet ein bild zu machen. radfahren ist keine schlechte idee da es die gelenke schont und die ausdauer fördert. was bei dir gegen das joggen sprechen könnte weiß ich nicht, hast du probleme mit den gelenken? und ansonsten zwei dinge zum muskelaufbau: der muskel wächst nur wenn du ihn bewegst, willst du mehr arme, solltest du die arme trainieren. und der körper braucht eiweiß um muskeln aufbauen zu können. finger weg von eiweißshakes oder ähnlichem dreck den sie in fitnesscentern verkaufen! vielleicht macht dir schwimmen spaß, gut für arme, rücken und ausdauer. lass dir von einem sportmediziner oder fitnesstrainer einen ausgewogenen trainingsplan zusammenstellen damit du gleichmäßig trainierst sonst kannst du deinem körper schaden, leidest oft unter verspannungen und schmerzen.

diese tipps gelten natürlich für alle anderen genauso. leistungssport und hiv vertragen sich besser als man glaubt. leider habe ich aus persönlichen gründen meinen ersten halbmarathon absagen müssen, allerdings weiß ich aus dem training das ich die strecke durchhalte und meine zeiten gut sind. wer neugierig ist kann mich am 1. juni im berliner parkinn beim treppenlauf anfeuern. oft fällt es leichter mit einem partner oder mehreren partnern zu trainieren. ich werde ab august in bremen wohnen und hätte interesse an der gründung einer trainingsgruppe, dafür eröffne ich aber noch mal einen neuen thread.

ich hoffe ein wenig weitergeholfen zu haben.

friday
Der große Sport fängt da an wo er längst aufgehört hat gesund zu sein. (Bertold Brecht)
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